Hl. Albert der Große

Dominikaner, Bischof, Kirchenlehrer, Patron der Naturwissenschaftler · Fest: 15. November

Hl. Albert der Große
Tommaso da Modena, Albert the Great, fresco, 1352, from the series of forty famous Dominicans in the chapter house of the former Dominican convent of San Niccolò, Treviso, Italy. Public domain, via Wikimedia Commons.
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Wort Gottes

📖 Psalm 104,24

Leben

Albert wurde um 1200 in Lauingen an der Donau in Schwaben geboren. Während seines Studiums in Padua lernte er die Dominikaner kennen und trat in den Predigerorden ein. Er lehrte in mehreren deutschen Konventen, dann in Paris und in Köln, wo er ein bedeutendes Generalstudium gründete.

Albert erforschte alles: Heilige Schrift, Theologie und Philosophie, aber auch Pflanzen, Tiere, Mineralien und Gestirne. Er machte die Werke des Aristoteles den christlichen Gelehrten zugänglich und zeigte, dass Glaube und Vernunft Freunde sind, nicht Feinde. Zu seinen Schülern gehörte der schweigsame junge Dominikaner Thomas von Aquin, dessen Begabung Albert erkannte und förderte.

Von 1260 bis 1262 war er Bischof von Regensburg und kehrte dann zu Lehre und Predigt zurück. Er starb am 15. November 1280 in Köln, wo er in St. Andreas ruht. 1931 wurde er heilig- und zum Kirchenlehrer erklärt, 1941 zum Patron der Naturwissenschaftler.

Lehren

Glaube und Vernunft

Albert erforschte die Schöpfung mit Staunen, weil sie Werk der Weisheit Gottes ist.

Ein guter Lehrer fördert andere

Er freute sich an den Gaben seines Schülers Thomas.

Demut in der Größe

Er gab das Bischofsamt auf, um zu Studium, Gebet und Lehre zurückzukehren.

Geschichten

Der stumme Ochse (Überlieferung)

Nach der Überlieferung nannten Mitstudenten den schweigsamen Thomas den stummen Ochsen, und Albert antwortete, das Brüllen dieses Ochsen werde einst die ganze Welt hören.

Predigt

1. Die Werke Gottes

Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht (Ps 104,24).

2. Glaube und Vernunft

Natur und Offenbarung haben denselben Urheber.

3. Ein Lehrer, der andere fördert

Albert erkannte und schützte die Begabung des Thomas von Aquin.

Liebe Schwestern und Brüder, der heilige Albert der Große erforschte Pflanzen, Tiere, Steine und Sterne, und ebenso die Heilige Schrift und die Theologie. Einen Widerspruch sah er nicht. Mit dem Psalmisten konnte er sagen: Herr, wie zahlreich sind deine Werke; mit Weisheit hast du sie alle gemacht (Ps 104,24).

Vielen jungen Menschen wird heute gesagt, sie müssten zwischen Glauben und Wissenschaft wählen. Albert, Patron der Naturwissenschaftler, sagt: Nein; Wahrheit kann der Wahrheit nicht widersprechen. Unsere Studierenden sollen gründlich lernen und gründlich beten.

Als andere den schweigsamen Thomas verspotteten, sah Albert seine Begabung und schützte sie. Eltern und Lehrer, sucht die verborgenen Gaben eurer Kinder und ermutigt sie. Und betrachten wir heute die Schöpfung mit Staunen und danken dem Schöpfer. Amen.

Gebet

Herr, unser Gott, du hast den heiligen Albert groß gemacht durch die Gabe, menschliche Weisheit mit göttlichem Glauben zu verbinden. Hilf uns, seiner Lehre so zu folgen, dass jeder Fortschritt im Wissen uns dich tiefer erkennen und lieben lässt. Amen.