Kardinal und Erzbischof von Mailand, Reformer nach dem Konzil von Trient · Fest: 4. November

📖 Johannes 10,11
Karl Borromäus wurde 1538 auf der Burg Arona am Lago Maggiore in einer Adelsfamilie geboren. Als sein Onkel 1559 Papst Pius IV. wurde, rief er den einundzwanzigjährigen Karl nach Rom und machte ihn zum Kardinal und Staatssekretär. Karl half, das Konzil von Trient 1563 zum Abschluss zu bringen, und arbeitete am Römischen Katechismus mit.
Nach dem plötzlichen Tod seines älteren Bruders ließ er sich zum Priester und Bischof weihen und zog in sein Bistum Mailand, das seit Jahrzehnten keinen residierenden Erzbischof gehabt hatte. Er besuchte jede Pfarrei, hielt Synoden, gründete Priesterseminare, richtete Christenlehre für Kinder ein und erneuerte das Leben von Klerus und Orden. Einen großen Teil seines Vermögens gab er den Armen.
Während der Pest von 1576 blieb er in der Stadt, als viele Beamte flohen, organisierte die Pflege der Kranken, verkaufte seinen Besitz, um die Menschen zu ernähren, und ging in Bußprozessionen. Er starb am 3. November 1584, erst sechsundvierzig Jahre alt, aufgerieben von der Arbeit. 1610 wurde er heiliggesprochen.
Karl verwandelte zuerst sein eigenes privilegiertes Leben in ein Leben des Gebets und der Einfachheit.
In der Pest floh er nicht, sondern blieb bei den Kranken und Sterbenden.
Die Kirche erneuert sich, wenn der Glaube gut gelehrt wird.
1569 schoss ein gedungener Mann auf Karl, während er beim Abendgebet kniete. Die Kugel traf ihn, verletzte ihn aber nicht; er betete weiter und bat um Milde für die Täter.
Predigt zuerst durch euer Leben; sonst merken die Leute, dass ihr das eine sagt und das andere lebt.
Hl. Karl Borromäus, Ansprache bei seiner letzten Synode, sinngemäß
Bevor Karl sein Bistum erneuerte, änderte er sein eigenes privilegiertes Leben.
Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe (Joh 10,11). In der Pest blieb er.
Seminare und Christenlehre waren seine Antwort; auch unsere Antwort heißt Bildung im Glauben.
Liebe Schwestern und Brüder, Karl Borromäus hatte alles, was die Welt bewundert: Adel, Reichtum, Macht, mit einundzwanzig den Kardinalshut. Er hätte bequem in Rom leben können. Stattdessen wurde er ein guter Hirte, der sein Leben für die Schafe gibt (Joh 10,11).
Er begann bei sich selbst: Gebet, Fasten, Einfachheit. Dann lebte er in Mailand mitten unter seinem Volk, besuchte jede Pfarrei, gründete Seminare und Christenlehre. Als 1576 die Pest kam und die Beamten flohen, blieb er, verkaufte seinen Besitz, um die Hungernden zu ernähren, und ging barfuß in Bußprozessionen.
Die Kirche braucht immer Erneuerung, und sie beginnt immer in einem Herzen. Beten wir für unsere Bischöfe und Priester, dass sie Hirten wie Karl seien. Und fragen wir uns: Was in meinem Leben muss sich ändern, bevor ich von anderen Umkehr verlange? Amen.
Herr, erhalte in deinem Volk den Geist, der den heiligen Karl Borromäus erfüllt hat, damit deine Kirche sich ständig erneuere und, Christus gleichgestaltet, der Welt sein Antlitz zeige. Amen.