Darstellung Marias im Tempel · Fest: 21. November

📖 Lukas 11,28
Eine alte Überlieferung aus dem Protevangelium des Jakobus (2. Jahrhundert) erzählt, dass Joachim und Anna ihre Tochter Maria als kleines Kind in den Tempel von Jerusalem brachten und Gott weihten. Das Fest wurde seit dem 6. Jahrhundert in Jerusalem gefeiert, verbunden mit der Weihe der Neuen Marienkirche im Jahr 543, verbreitete sich im Osten und wurde im Westen Ende des 16. Jahrhunderts allgemein.
Die Evangelien berichten dieses Ereignis nicht; die Kirche stellt es als Überlieferung dar. Seine Bedeutung aber ist klar: Von Kindheit an gehörte Maria ganz Gott und bereitete sich darauf vor, Wohnung seines Sohnes zu werden.
Es ist nie zu früh, Gott das Leben zu schenken.
Maria tat es als Erste.
Joachim und Anna sind Vorbild für Eltern.
Das Protevangelium erzählt, die kleine Maria sei die Tempelstufen hinaufgestiegen, ohne sich umzusehen. Das ist fromme Überlieferung, nicht Evangeliengeschichte.
Wie Samuel von Hanna wurde Maria dem Herrn übergeben.
Maria ist selig nicht nur als Mutter, sondern als vollkommene Hörerin des Wortes (Lk 11,28).
Das im Tempel geweihte Kind wurde der lebendige Tempel Gottes.
Liebe Schwestern und Brüder, heute feiern wir eine alte Überlieferung: die kleine Maria wird von ihren Eltern in den Tempel gebracht und Gott geweiht. Die Evangelien erzählen das nicht; aber es drückt eine Wahrheit aus, die die Evangelien klar machen: Maria gehörte von Anfang an ganz Gott.
Als eine Frau aus der Menge die Mutter Jesu pries, antwortete er: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen (Lk 11,28). Jesus erniedrigte Maria nicht; er zeigte ihre wahre Größe.
Das im Tempel geweihte Kind wurde der Tempel, in dem Gottes Sohn wohnte. Eltern, weiht eure Kinder Gott; Kinder, schenkt Gott euren Tag. Und hören wir alle wie Maria Gottes Wort und befolgen es. Amen.
Herr, unser Gott, du wolltest, dass die selige Jungfrau Maria von Kindheit an ganz dir gehöre. Hilf uns auf ihre Fürsprache, dir unser Leben zu weihen und dein Wort zu hören und zu befolgen. Amen.